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Hula – tanzend Lebensfreude gewinnen

Hula-Blüten gehören zum Hula-Tanz dazu. Aloha!

Bunte Blüten gehören zum Hula-Tanz dazu

Es gibt viele Wege, um Trauma aufzuarbeiten. Ich biete Trauma-Aufstellungen an und bin selbst offen für weitere, ergänzende Möglichkeiten. Körperarbeit ist beim Aufarbeitungsprozess nicht unerheblich. Osteophatie, „Somatic Experience“, Shiatsu und vieles mehr – warum nicht auch Tanzen? In der Vorbereitung, einen langersehnten Traum zu verwirklichen, ist mir rein zufällig „Hula“ begegnet. In meinem Trauma-Blog möchte ich Ihnen Hula vorstellen.

Traditioneller hawaiianischer Hula

Es ist wieder Mittwoch, früher Abend. In meinem Seminarraum finden sich allmählich die Hula-Tänzerinnen ein, gekleidet in weiten, bunt bedruckten Blumenröcken in allen Regenbogenfarben, traditionell mit Blütenkette (Lei) und Blüte im Haar. Das ist mehr als ein Klischee, denn damit ehren wir den Hawaiianischen Hula. Auch Renate Ui Lani Moschner ist bereit für Ihre Schülerinnen. Den traditionellen Hula-Tanz von Hawaii hat sie von Kauila Reys, einer echten Kumu auf Molokai, gelernt. Von ihr erhielt sie den Auftrag, den hawaiianischen Tanz in ihrer Heimat Deutschland lehren zu dürfen.

Buch "Verstoßene Eltern"

„Hula hat mir das Leben gerettet“ – Renate Ui Lani Moschner, Hula-Lehrerin

Renate selbst hat ihr eigenes Trauma auch mit Hilfe von Hula bearbeitet. In ihrem Buch „Verstoßene Eltern“ erzählt sie ihre ganz persönliche traumatische Geschichte. Mehrmals schon ist sie nach Hawaii gereist. Ihr Lebensweg ist der Hawaiianische Hula-Tanz im Geist des Aloha, sagt sie. Den hawaiianischen Spirit bringt sie mittwochs abends in unsere Hula-Tanz-Gruppe nach Kirchdorf.

Mit Hula-Tanz Geschichten erzählen

Am Anfang sammeln wir uns zu einer stillen Meditation oder einem Gebet. Sich bewusst werden. Den Körper und Geist spüren. Wir bitten um den Segen für unsere Tanz-Gruppe. Dann versinken wir für eine ganze Weile, manchmal zwei Stunden, im hawaiianischen Hula. Bevor wir beginnen, die Hüften zu schwingen und uns mit leichten Schritten zu sanften Klängen zu bewegen, erzählt Renate die Geschichte, die wir tanzen. Denn jeder Hula-Tanz erzählt vor allem mit der Gestik der Hände und mit Bewegungen eine Geschichte. Von Liebe und Sehnsucht, vom Mond und von der Natur, den Wellen, den Winden.

„Hula ist die Sprache des Herzens und deshalb der Herzschlag des hawaiischen Volkes“ – David Kalākaua, der letzte Hawaiianische König

So überbrachten die Hawaiianer einst tanzend mit Hula und mit Mele (Lieder) Geschichten, Mythos und Kultur von Generation zu Generation. Denn bevor Hawaii missioniert wurde, kannten die Menschen dort keine Schrift. Und so schwingen die Hula-Tänzer und -Tänzerinnen auf Hawaii noch heute ihre Hüften, sobald die Musik erklingt. Für die Hawaiianer ist der Hula-Tanz ihr Herzschlag und ihre Sprache des Herzens.

Hula-Tanz lockert Körper, Geist und Seele

Renate macht es uns vor. Leichtfüßig und voller Hingabe. „Der Hula ist für mich wie ein Entblättern der Alltagssorgen und ich bin selbst nur noch der Tanz“, schwärmt sie. Wir wiederholen gemeinsam im gleichmäßigen Rhythmus die Schritte, schwingen die Hüften sanft zur Musik und führen unsere Arme zur Geschichte, die das Lied erzählt. Beim Tanzen erwecken wir das Weibliche in uns. Wir schwingen die Hüfte, bewegen das Becken – kann sich die Starre des Traumas lösen? Trauma steckt in jeder Zelle. Beim Einatmen öffnen wir uns. „Aloha“ ist nicht nur die hawaiianische Begrüßung, sondern bedeutet zudem: „Ich teile den Atem mit dir“. Beim Hula-Tanzen verbinden wir uns mit der Seele von Hawaii. So werden wir weich und locker, müssen an nichts denken. Dabei massieren wir mit den Bewegungen die inneren Organe, regen die Synapsen an und lassen Körper, Geist und Seele weich und geschmeidig werden. Ein neues Betrachten der Dinge kann sich entwickeln.

Jeder kann Hula-Tanz lernen

Hula ist ein Weg, Trauma-Arbeit körperlich zu begleiten. Der Körper entspannt, die Gesichtszüge werden weich, die Bewegungen sind fließend, Verspannungen lösen sich. Man erfährt seinen Körper auf eine völlig neue Weise. Männer und Frauen jedes Alters können Hula tanzen.

Tanzen hilft in jeder Lebenslage

Folgendes Gedicht von Dschalaluddin Rumi hat uns Renate in den Hula-Tanzkurs mitgebracht. Es erklärt in wenigen Worten, wie wichtig Tanzen ist:

Tanze, wenn Du aufgebrochen wurdest,

tanze, wenn du deine Augenbinde weggeworfen hast,

tanze, mitten im Kampf,

tanze in deinem Blut,

tanze, wenn du frei geworden bist.

(Rumi)

 

Im Oktober darf sich mein Traum erfüllen, denn ich werde Hawaii kennenlernen. Ich freue mich schon sehr auf diese Reise und werde von meinen Eindrücken auch hier in meinem Trauma-Blog erzählen.

Ihre Karina


Buchtipp zum Thema:

Verstoßene Eltern

von Birgit Belau

Taschenbuch: 196 Seiten

12,50 €

ISBN: 978-3735769411
Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (8. Dezember 2014)

Fotonachweis: Renate Moschner

1 Kommentar

  1. Liebe Karina,
    ganz toll gesehen und in Worte umgesetzt. Gratuliere!
    Wir sind am packen, am Samstag geht es um 6:00 früh los nach Madeira.
    Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
    Liebe Grrüsse an Deine Familie
    Peter

    Antworten

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